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Starkregen
Im Rahmen des Klimawandels ist in Deutschland mit einer Zunahme von Extremwetterereignissen zu rechnen. Die Niederschlagsdaten des Deutschen Wetterdienstes weisen hierzu einen Anstieg der Häufigkeit sowie der Intensität solch außergewöhnlicher Niederschlagsereignisse auf. Bei diesen Starkregenereignissen können innerhalb kurzer Zeit sehr große Niederschlagsmengen auftreten. Aufgrund dieser hohen Intensität können Kanalisation, Böden und Gewässer die Grenze der Aufnahmekapazität erreichen. Dabei kann wild abfließendes Wasser an der Oberfläche zu Überflutungen mit daraus entstehendem Schaden führen. Da Starkregenereignisse in der Regel lokal begrenzt sind, gestaltet sich eine präzise Vorhersage derzeit als schwierig und die mögliche Vorbereitungszeit ist sehr gering.
Starkregengefahrenkarten der Stadt Grebenstein
Die Stadt Grebenstein hat mit Fördermitteln der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WI-Bank) im Rahmen des Förderprogramms „Begrenzung der negativen Auswirkungen des Klimawandels (Klimaanpassungsmaßnahmen) in hessischen Kommunen“ für das starkregenrelevante Gemarkungsgebiet sogenannten Starkregengefahrenkarten durch das Ingenieurbüro Weidling GmbH, erstellen lassen.
Die Starkregengefahrenkarten zeigen verschiedene Niederschlagsszenarien, die sich hinsichtlich ihrer Niederschlagshöhe unterscheiden. Abhängig von der Niederschlagshöhe fallen auch die daraus resultierenden modelltechnischen Überflutungstiefen aus. Diese Überflutungstiefen werden auf den Karten dargestellt.
Folgende Szenarien sind dargestellt:
Historische Szenarien für die Ortsteile (Niederschlagshöhe abhängig vom gewählten Ereignis zwischen 24,0 mm und 35,7 mm in 50 bis 75 Minuten),
Seltenes Starkregenereignis mit einer statistischen Wiederkehrhäufigkeit von 30 Jahren und einer Niederschlagshöhe von 35,6 mm in 60 Minuten,
Außergewöhnliches Starkregenereignis mit einer statistischen Wiederkehrhäufigkeit 100 Jahren und einer Niederschlagshöhe von 44,7 mm in 60 Minuten,
Extremes Starkregenereignis mit einer Niederschlagshöhe von 90,0 mm in 60 Minuten.
Ziel
Die Veröffentlichung der Starkregengefahrenkarten bietet die Möglichkeit sich zu möglichen Überflutungsgefährdungen im Stadtgebiet zu informieren. Die Ergebnisse dienen der Einordnung lokaler Risiken, der Unterstützung kommunaler Planungsprozesse und als Entscheidungsgrundlage zur Ableitung geeigneter Maßnahmen zur Überflutungsvorsorge.
Interpretationshinweise zur Einschätzung der individuellen Überflutungsgefahr
Um die mögliche Gefährdungssituation einzuschätzen kann eine Orientierung an folgenden Schritten hilfreich sein.
Informationen zur rechnerischen Gefährdung einholen:
Starkregengefahrenkarte,
Hochwassergefahrenkarte.
Berücksichtigung von eigenen Erfahrungen aus Überflutungen,
Prüfung der Rückstausicherung zum Kanal:
Ist eine Rückstausicherung vorhanden?
Wird diese regelmäßig gewartet?
Wo befindet sich die Rückstauebene? Wo tritt das Wasser als erstes aus?
Prüfung der Lage des eigenen Grundstücks:
Hanglage: Kann Wasser von oberhalb liegender Fläche auf das Grundstück fließen?
Wie ist die Lage zum Straßenniveau?
Wo ist auf den Karten der nächste relevante Fließweg?
Wie ist die Abflusssituation auf dem Grundstück?
Welche Abflussmöglichkeiten gibt es auf dem Grundstück?
Befindet sich die Grundstücksentwässerung an geeigneten Standorten?
Ist die Grundstücksentwässerung in einem guten Betriebszustand?
Wo befinden sich Tiefpunkte, in denen sich Wasser aufstauen kann?
Welche Eindringmöglichkeiten bieten sich dem Wasser?
Eingänge, Fenster, Lichtschächte, Lüftungsöffnungen,
Tieferliegenden Terrassen, Tiefgaragen.
Informationen zu möglichen Schutzmaßnahmen einholen:
Beratung durch Fachfirma,
Weitergehende Beschäftigung mit entsprechenden Broschüren (Verlinkung siehe unten),
Bei größeren Überflutungssituationen ggf. Rücksprache mit Kommune.
Neben der Überflutungsgefährdung durch Starkregen besteht zusätzlich die Gefahr durch Hochwasser, die in Grebenstein vor allem an der Esse im Stadtbereich auftreten kann. Hierzu wird die zusätzliche Auseinandersetzung mit den Hochwassergefahrenkarten empfohlen, da bei Hochwasser mit wesentlich größeren Überflutungsgefährdungen zu rechnen ist. Darüber hinaus kann auch bei Niederschlagsereignissen mit geringeren Niederschlagshöhen ein Schaden zum Beispiel durch Rückstauf aus dem Kanal aufgrund fehlender/nicht funktionierender Rückstausicherung entstehen.
Maßnahmenumsetzung und Eigenvorsorge
Auf Grundlage der Starkregengefahrenkarten wird die Stadt Grebenstein erste Maßnahmen zur Verbesserung der Starkregenvorsorge anstoßen. Dazu zählt auch die Berücksichtigung der Starkregengefahrenkarten bei künftigen Planungen.
Unabhängig von den kommunalen Maßnahmen wird Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümern empfohlen, sich eigenverantwortlich mit möglichen Auswirkungen von Starkregen auf ihr Eigentum auseinanderzusetzen und geeignete Schutzmaßnahmen zu treffen.
Da die Überflutungsgefährdung aufgrund von Topografie, Bebauung und Entwässerungssituation sehr unterschiedlich ausfallen kann, ist eine pauschale Aussage zu möglichen Schutzmaßnahmen nicht möglich. Bei der individuellen Betrachtung sollen die oben genannten Fragen eine Hilfestellung bieten.
Weitergehende Informationen
Zur Unterstützung werden seitens der Stadt Grebenstein folgende Links zu bereits vorhandenem Informationsmaterial zur Verfügung gestellt:
Übersicht des Bundesumweltministeriums:
BBSR – Leitfaden zum Thema Objektschutz:
Allgemeine Übersicht des Lippeverbands mit anschaulichen Beispielen zur Vorsorge:
https://starkgegenstarkregen.de/schutzprojekte-und-vorbeugemassnahmen/
Empfehlungen bei Sturzfluten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe:
Empfehlungen bei Hochwasser des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe:
Handbuch des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe:
https://download.gsb.bund.de/BBK/Risikomanagement/Handbuch_Starkregen-Sturzfluten_bf_20210817.pdf
Ergebnisse der Informationsveranstaltung
30-jähriges Ereignis:
100-jähriges Ereignis:
Extremereignis 90 mm:
Historisches Ereignis: